
Demokratie funktioniert, weil wir über Meinungen diskutieren können, ohne über die Realität selbst streiten zu müssen. Dazu brauchen wir gemeinsame Fakten – Dinge, über die sich zumindest alle weitgehend einig sind.
Fake News greifen genau das an. Sie sind nicht nur falsche Informationen, sondern gezielte Störungen unserer gemeinsamen Realität. Ihr Ziel ist es oft nicht, Menschen etwas Falsches glauben zu lassen, sondern sie dazu zu bringen, überhaupt nicht mehr zu wissen, was sie glauben sollen.
Wenn sich alles gleichermaßen unsicher anfühlt, wird Politik zu einer Frage der Emotionen. Dann zählen Likes mehr als Beweise und Geschichten mehr als Zahlen. Argumente verlieren ihren Wert, weil sie immer mit „Quelle?“ oder „Das ist nur deine Meinung“ abgetan werden können.
Besonders gefährlich wird es, wenn Fake News auch den rechtlichen Rahmen untergraben.
In einer Demokratie werden Fakten erst dann wirklich relevant, wenn sie rechtlich geprüft und verbindlich gemacht werden – durch Beweise, Verfahren, Gerichte und Journalismus. Fake News greifen genau das Vertrauen in diese Institutionen an: Medien, Wissenschaft, Justiz und Wahlprozesse.
Wenn niemand mehr diesen Institutionen vertraut, verlieren Fakten ihre Wirkung.
Dann wird sogar die Wahrheit machtlos.
Demokratie hängt daher von drei Dingen ab, die zusammengehören:
Fakten, die überprüft werden können,
Gesetze, die festlegen, was zählt, und Konsequenzen durchsetzen,
Politik, die auf dieser Grundlage Entscheidungen trifft.
Fake News sprengen dieses System von innen heraus. Sie machen die Wahrheit zu etwas Verhandelbarem, Gesetze zu etwas Verdächtigem und Politik zu etwas
















